Queer Spaces, Queer Faces - Meet the Team: Fred

Veröffentlicht: 27.03.2025
Auf einem lila, rosa und gelb verwischtem Hintergrund ist ein schwarzes Mikrofon zu sehen. Um den Kopf des Mikrofons windet sich die Schrift: Queer Spaces, Queer Faces - Meet the Team

Queer Spaces, Queer Faces - Meet the Team: Fred

Wer bist du?

Hi, ich bin Fred und nutze Pronomen fee/fees. Ich werde bald 29 Jahre alt und ich wohne mit meinen drei Katzen in der Kasseler Nordstadt. Ich mag gerne kreative Dinge, Kochen und Essen.

Seit wann bist du im QuZ tätig?

Ich bin seit Juni 2023 im Queeren Zentrum aktiv.

Was für eine Funktion hast du?

Ich arbeite hauptamtlich ca. 20 Stunden pro Woche im Queeren Zentrum, das heißt ich bekomme Geld für meine Arbeit hier.

Was sind deine Aufgaben?

Offiziell heißt meine Position „Projektkoordination“. Das bedeutet, ich mache viel unsichtbare und sichtbare Arbeit und bin überall mit dabei. Ich mache Finanzpläne, schreibe Förderanträge, mache Abrechnungen und überweise Gelder. Ich schreibe E-Mails und vernetze mich mit anderen Projekten. Ich bin bei vielen Treffen mit dabei oder organisiere sie sogar. Ich verwalte einen großen Teil der Website und manchmal helfe ich bei Social Media Arbeit. Ich arbeite viel mit dem Vorstand zusammen, aber auch generell bin ich oft mit ehrenamtlichen Menschen in Kontakt und begleite sie darin, ihren Platz im Queeren Zentrum zu finden. Oft organisiere ich auch Veranstaltungen und Treffen. Und ich bin natürlich auch Ansprechperson für die anderen hauptamtlichen Mitarbeiter*innen, falls sie Fragen oder Probleme haben.

Warum hast du dich dafür entschieden?

Ich habe viele Jahre lang hauptsächlich politische Bildungsarbeit gemacht und das bedeutet oft, Menschen über Themen aufzuklären, die mir am Herzen liegen, zum Beispiel Queerness oder Ableismus. Auf Dauer kann es etwas anstrengend sein, immer wieder die Basics zu erklären, und daher klang die Gelegenheit, direkt mit queeren Communities zu arbeiten, sehr toll. Ich kann mehr Empowerment-Arbeit statt Aufklärung machen und arbeite ständig mit netten Menschen zusammen. Außerdem macht es mir oft Spaß, viele Dinge parallel auf dem Schirm zu haben, auch wenn es manchmal auch anstrengend sein kann.

Was gefällt dir besonders gut am QuZ?

Im Laufe der Zeit, die ich hier arbeite, hat sich wie eine kleine Community von Menschen gebildet, die als Orga-Kern die meiste (ehrenamtliche und hauptamtliche) Arbeit im Queeren Zentrum macht. Diese Gruppe erweitert und verändert sich auch immer wieder und es ist sehr toll, zu sehen, dass mit der Zeit immer mehr Menschen regelmäßig hierherkommen und sich mit dem Queeren Zentrum identifizieren. In dieser Gemeinschaft fühle ich mich zum ersten Mal seit langem als Teil eine Community, fast schon wie eine kleine Familie. Es ist längst mehr als nur ein Arbeitsplatz, sondern wie ein zweites Zuhause für mich geworden.

Hast du das Gefühl, dass du im QuZ etwas bewegen kannst?

Auf jeden Fall habe ich dieses Gefühl. Es ist schön, zu sehen, dass Menschen hier Anschluss finden – einen Anschluss, den ich früher selbst gesucht und oft nicht gefunden habe. Im Laufe der letzten sieben Jahre, in denen ich auch oft selbst ehrenamtlich aktiv war, habe ich festgestellt, dass es viel mehr Handlungsmöglichkeiten gibt, etwas als Teil einer Gruppe zu machen, als alleine. Ein gutes Beispiel waren die Kundgebungen zum Trans* Day of Rememberance, wo wir in den letzten beiden Jahren öffentlich die Trans* Menschen betrauert haben, die im letzten Jahr ermordet wurden. Es hat das Thema sichtbar gemacht und Menschen einen Raum für ihre Emotionen geboten. Ein weiteres Beispiel ist die „Queeres Ehrenamt feiern“-Veranstaltungsreihe, für die wir Fördergelder von der Stadt Kassel erhalten haben. Dort sind wirklich viele Menschen gekommen, was mir gezeigt hat, dass es mehr schöne und lustige Freizeitangebote für queere Menschen benötigt. Einmal haben wir zum Beispiel mit 25 Menschen gemeinsam gekocht. Für jede Person, die sich durch das Queere Zentrum nicht mehr alleine, sondern als Teil einer Community fühlt, hat sich meine Arbeit bereits gelohnt.

Was wünschst du dir in Zukunft vom QuZ?

Ich wünsche mir, dass wir immer mehr und immer größer werden. Es gibt so viele queere Menschen, die momentan noch gar nicht wissen, dass es das Queere Zentrum gibt. Ich hoffe, dass sich das ändert und unsere Mitgliederzahlen sich weiter so entwickeln wie bisher und alle queeren Menschen sich eingeladen fühlen, ihre Träume und Ideen hier einzubringen. Der Traum wäre auch, dass das Queere Zentrum irgendwann rund um die Uhr offen ist und ständig Menschen ein und ausgehen und alle etwas mitgestalten und diesen Ort als ihr zweites Zuhause ansehen.

Hast du eine Nachricht an die Leser*innen?

Es sind gerade keine leichten Zeiten und ich bin selbst immer wieder hoffnungslos. Aber hier im Queeren Zentrum kann ich immer wieder Kraft schöpfen. Ich wünsche dir, dass du auch so einen Ort hast – sei es im Queeren Zentrum oder woanders.